Dienstag, 8. Mai 2012

Noch mehr Meer und ab durch die Mitte!


Entlang der Mittelmeerküste über Sete, Montpellier bis nach Agde - über den Canal di Midi, Carcassonne Capestang und Avignoet.Louragais-St Sulpice sur Neste- und hinein in die Pyrenäen nach Tarbes über die Garonne - Bergetappen nach Pau und am Gave de Pau entlang bis zum Atlantik, Bayonne-Labonne Plage !!!

Ist ja schon wieder ein Weilchen her seit unserem letzten Eintrag. Darüber hinaus haben wir auch schon ein paar Rügen für unsere Blog-Abstinenz bekommen!! Das wollen wir hiermit ändern und dem interessierten Leser bietet sich hoffentlich wieder viel Lesestoff! :=)

Nichtsdestotrotz gestaltet sich die Pflege des Blogs doch teilweise als sehr zeitaufwändig, die Internetverfügbarkeit und vor allem Stromverfügbarkeit für den Comp ist nicht immer (eigentlich gar nie!) gegeben und wenn man mal im radeln drin ist, will man nicht die kostbare Radelzeit mit Sitzen verbringen!!und hinter jedem Baum, in der Natur versteckt sich dann doch kein Internet:-)und das ist auch gut so!



Jedenfalls ist eine weitere Etappe auf unserer Reise geschafft (sehr schade!); Man glaubt es kaum: nach bißchen über einem Monat sitzen wir nun schon am Atlantik, haben ca. 1400 km und 6000hm hinter uns!, 28 Grad Hitze, Sand, Sonne, Zeit zu schreiben, Strom und Internet! Endlich ist Sommer ausgebrochen, die kalten Regentage hoffentlich vorbei! Aber nun alles der Reihe nach...

Tagebucheintrag Gert:

...Le Grau du Roi (bei unserem letzten Eintrag saßen wir noch bei Regen in nem MC Donals kurz vor dem Strand) hat sich als wahres Schmuckstück für uns entpuppt. Vorerst waren wir unsicher ob man hier überhaupt mit Rad wild campen kann, da alles sehr bewacht und abgezäunt aussah, fanden wir doch ein sehr sehr feines Plätzchen direkt am Strand; die Räder mussten wir nur kurz über den Sand schieben; das Zelt hinter einer Düne aufgebaut, die Räder versteckt und alles pippi fein!!

Weils so schön war, blieben wir gleich 2 Nächte; ein Traum von einem Strand, wenig Leute, wunderbare hohe Dünen zum Dünenhupfen (unser neues Hobby), bewachsen mit Dünengras, eigentlich große Ähnlichkeit mit Dänemark! Da muss man 1000km mit dem Rad strampeln und dann kommt man doch nur dort wieder an,wo man das letzte Jahr hauptsächlich verbracht hat!!

Am zweiten Tag trafen wir auch wieder “alte Bekannte”; kurz vor unserer Abreise in Beauduc ( mit dem schlimmen Wind) trafen wir ganz nette Schweizer die uns (aus Mitleid?) mit Unmengen an Schokolade (Raguza usw..) versorgten; ohne die hätten wir die Tortour gegen den Wind nie überlebt! Da Grau du Roi ihr letzter Urlaubstag war, überließen sie uns nochmal ihren gesamten Schokoladenvorrat von den besten Schweizer Köstlichkeiten! Unser Süßigeitenbeutel war also wieder gefüllt, es konnte weitergehen; immer dem Mittelmeer entlang, Richtung Sete!

Vorbei an ein paar doch recht schlimmen Touristenorten - entlang der Promenade - zeigten uns auch das etwas andere Südfrankreich.... Betonklotz an Betonklotz, überfüllte Straßen und Geschäfte mit Wucherpreisen (Eine Mini-Kugel Eis für 2 €! : Dort halten wir es nicht lang aus dachten wir uns und so ging es immer ein bißchen weiter; vorbei an Sete (zur Abwechslung mal ein echt schönes Städchen!) bis nach Cap d Àgde, unserem letzten Stop am Mittelmeer!

Auf dem Weg dorthin, trafen wir nen anderen Radreisenden; Bruno hieß er und kam aus Florenz! Hier trafen allerdings zwei Welten aufeinander – wir die Rad-LKW`s, Anhänger und bepackt mit allem was man so mitschleppen kann – und er der Spartaner! Ausgerüstet nur mit Radhose und Shirt, eine Jacke für Regen, Biwak und Schlafsack; keine lange Hose, kein Zelt, kein Brenner, nothing! Er ist auf dem Weg nach Portugal wo er versucht nen Job zu finden. Möglichst schnell will er unterwegs sein, aus diesem Grund so wenig Ausrüstung; schlafen im Wald, jeden Tag nur Baguette, das muss man schließlich nicht kochen. Dementsprechend war seine Geschwindigkeit “etwas” höher als unsere. Er versucht jeden Tag so um die 120km zu schaffen. Ein starker Typ, sehr sehr nett, schade dass sich unserer Wege nach 3 Stunden gemeinsamen radeln und einer Mittagspause wieder trennten.... Mittlerweile haben wir erfahren dass er schon in Santiago di Compostella ist... :=) Hau rein!

Die französische Mittelmeerküste war jedenfalls nur der Hammer! Radtechnisch super abwechslungsreich, kleine feine Wege mitten in der Natur zum chillen, aber auch die National-routes waren echt gut; sehr häufig mit einem eigenen Radstreifen, sodass die LKW`s ein wenig mehr Abstand hatten – wir fanden jeden Tag tolle Plätze zum wild campen, sei es in ner Düne, an nem Fluss oder sonst wo und zum kiten wars auch super! Ein absolut toller spot ist San Mari de la Meer, da gibt es traumhafte Buhnen, dahinter super Flachwasser, ein Genuss!!! Trotzdem, nen ganzen Tag radfahren und dann gemütlich kiten geht nicht wirklich, außer es ist einem egal dass die Oberschenkel heulen vor Schmerz!! Diese “kiteandbike Sache” geht jedenfalls sehr auf den Körper... aber schön ist es!

Bei Agde mussten wir noch unsere Route festlegen. Ein Plan war ja auch am Mittelmeer weiter Richtung Spanien zu bummeln und dann “hinter” den Pyrenäen, also östlich davon an den Atlantik zu stoßen. Da sich aber beim Abfahrtsplan unsers Bananendampfers jedoch noch nichts geändert hat (laut dem Reisebüro hat Grimaldi chronische Verspätung) und der ursprüngliche Abfahrtstermin immer noch gleich ist (28.06) entschieden wir nicht diesen doch großen Umweg zu machen....”

Tagebucheintrag Sara:
"...wir sagen aurevoir zum Mittelmeer, erst einmal tschüss zum Kiten , Sand und Wellen und begrüssen die Tage im Landesinneren, die Berge, den Wein und Flüsse...Wir folgen Brunos Tipp den " Canal du Midi" entlang zu fahren, , ein alter Frachtkanal aus dem 17. Jhd. der das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, auch als "Canal de deux Mers" bekannt, ist ein wahrer Radeltraum. Dieser wurde im 17.Jhd erbaut, ein wahnsinns Werk damals, eine der bekanntesten Wasserstraßen , bis diese von der Eisenbahn abgelöst wurde...heute dienen die schönen kleinen Trampelwege, auf denen damals die Pferde stapften um die Schiffe zu ziehen, als perfekte Radelwege; dich bewachsen mit schönen Bäumen, eigentlich um Schatten zu spenden, wurden sie gesetzt...für uns in der doch noch immer kühleren Aprilzeit, dienten sie mehr des Windschutzes...

Auf dem Canal gibt es nur mehr touristischen Betrieb, viele schöne Böötle, die man mieten kann, bishin zu Hotelschiffen und Bed&Breakfast Booten.. Ein wahrer Traum am Fluss entlang zu radeln, von Schleuse zu Schleuse entlang im Grünen, rechts und links der Wein und ein schöner Platz nach dem anderen zum bleiben und “Seele baumeln “ lassen..der Canal geht über Carcassonne bis nach Toulouse und über die Garonne kann man bis nach Bordeaux an den Arlantik düsen.. wir springen vor Toulouse Richtung Westen - Pyrenäen ab...wollen doch etwas bergluft schnuppern und Gert einen Schneemann bauen...!"

Tagebucheintrag Gert:
...3 volle Tage radelten wir am Canal du Midi. Man kommt am Canal natürlich nicht so schnell voran, zu sehr windet bzw. schlängelt sich der Canal um alle unnötigen Höhen zu vermeiden; dafür radelt man permanent flach.. ein absoluter Tipp wer mal ne schöne Radtour in einer wunderbaren Landschaft, zwischen Pyrenäen und Zentralmassiv, machen will. Nur hörten wir an anderer Stelle, dass nächstes Jahr ein Großteil der Bäume (wunderbare Ahorn) wegen Krankheit gefällt werden sollen, also wer will sollte heuer noch machen! Am Canal liegt auch die wunderbare Stadt Carcassonne; diese Stadt die ich vorher nur wegen diesem netten Brettspiel kannte, bot eine super Gelegenheit ein bißchen zu relaxen. Eine Dusche war auch wieder fällig, das Wetter auch nicht so gut, so entschieden wir uns auf den dortigen Campingplatz zu gehen (ganz nah neben der berühmten Festung Carcassonne!). Seit Tagen schon sahen wir keine anderen Reise(R)adler mehr , der Campingplatz in Carcassonnne ist aber anscheinen ein wahrer Magnet für Radler. Gleich 5 andere Trupps machten dort auch halt. Eine junge Familie mit Kind und Anhänger auf 2 wöchiger Tour, ein Paar aus Russland die irgendwie mit keinem reden wollten, 2 Einzelradler (Franzosen die leider kein Wort Englisch konnten) und Esther und Warren, mit denen wir auch noch gleich ein wenig zusammenhockten und Geschichten austauschten. Diese sind schon seit 1 1/2 Jahren unterwegs, fuhren durch Neuseeland, USA und jetzt durch Europa. War mal schön sich mit anderen Radlern auszutauschen!...”

Tagebucheintrag Sara:
"...dass die “Pyrenäen” Route kein Zuckerschlecken wird, war uns schon bewusst, doch dass wir mit unserem Gepäck doch so ins Schwitzen geraten wohl auch nicht...nun ja die ersten Blicke auf die mächtigen schneebedeckten Berge ließen uns schon staunen und auch etwas Heimweh stellte sich ein, vorallem für Gert...ähnlich wie in Innsbruck fühlen wir uns, links die riesen Bergketten und wir fahren die doch eher kleineren Ausläufer, oft an Flüssen entlang.. aber viel häufiger den Hügel hinauf 300hm und dann wieder runter, dann wieder hinauf, dann wieder hinunter und das den ganzen Tag... :=)

Bei einer Pause lernten wir die orginale französische Camembert-Methode kennen. d.h. wie man am appetitlichsten sich den Käse zu Gemüte führt: einfach ganz abbeißen, dass der ganze Mund voll Käse ist! Ein Stück Brot dazu und gut is!... und nur so kommen wir auf die nötigen Kalorien, die die Berge uns abfordern.

,,.Die Plätze zum Zelten sind immer ein Traum,, wir haben wohl ein gutes Gespür und kein Campingplatz oder Hotel könnte da mithalten, direkt am Fluss, Wasser, Ufer, neben Biberbau, Kühen oder Schafe... Immer ohne Stress, kostenlos und man wacht mit dem schönsten Vogelgezwischter auf das man sich vorstellen kann!..”

"...heute geht es Richtung St. Gaudens, es rollt sich gut , haben mal Rückenwind und noch kein Regen heute:-) die Beine sind allerdings schwer wie Blei, in St Gaudens angekommen, ruhen wir mittem im Städtle in einem schönen Park und hören einem Gittarenspieler zu...danach gehts Richtung Montrejau...es ist so schwül nun, mir fallen die Augen zu, legen uns beim Plätzchen an der Garonne nieder und schlummern sofort ein,...es geht weiter, nach 1km fängt es in Kübeln an zu Regnen, Hageln stürmen, verstecken uns unter einem großen Ahornbaum und warten,..es wird weniger, also weiter, in Montrejau fängt es nun auch zu Donnern an und es schüttet und schüttet, müssen einen wilden Berg hoch, die Autos hupen, enge Straße, der Berg wird stelier und steiler (15%)..stellen uns kurz unter..total gestresst, kurzer STreit: einer will weiter, der andere will abwarten...kriegen uns wieder ein und fahren mit Regenhose, Überschuhe und Poncho weiter..es wird NOCH steiler (unverschämt steil!!!)wir pumpen uns so viel Luft in die Lunge was geht, die Beine fahren nur noch automatisch...mir wird halb schlecht...kommen schließlich oben an, nach 5 Minuten habe ich noch immer einen gefühlten Puls von 200!!!Gert hat Bauchkrämpfe..na toll!!!:-) so schön kann das Radeln sein! Letzendlich ist nach 5 Minuten der Spuck vorbei und die Sonne kommt raus, der Weg geht entlang der Neste von Kuhdorf zu Kuhdorf und wir sind unendlich glücklich ohne Regen einen schönen Platz neben Schafe und Ziegen mit Pikniktisch zu finden und haben unseren Tortellini-Tomaten-Rucola Salat sehr verdient!..."

Nach dieser Tortour haben wir erstmal ausgemistet, ein paar Sachen lassen wir hinter uns:-)ist ja mal ein Anfang, haben uns etwas "erleichtert" wenn man das bei unserem Gepäck so nennen kann,..die Radelreisenden die wir bisher getroffen haben, hatten doch eher eine besorgte Miene, wenn sie unseren Anhänger anschauten...wenn sie dann noch unsere pinken Weingläser sehen, dann wird ihnen wirklich ganz anders...doch Genuss ist Genuss und solche Dinge sind einfach zu schön und wichtig für uns! Alles nur auf leicht und modern? dass passt eh nicht zu uns, ABER wird sind etwas leichter als wir ein Paket mit 3.8 kg in den schönen Schwarzwald schicken! (wir sowieso...) und sind bald wieder am Meer, die Vorfreude ist groß, nächstes Etappenziel geschafft: ATlantik, den werden wir ja dann nicht mehr so schnell wegbekommen:-)..."

Tagebucheintrag Sara: “..letzen Tage bis ans Meer!!!..”
"...die Anstiege vor Tarbes sind geschafft, heute ist es richtig heiß, wer glaubt denn das...fühlt sich fast wie Sommer an, noch kein Regen, warm. sonne..wir schwitzen...der Plan war nur chnell durch Tarbes durch, einen Platz suchen und Ruhen, Essen und Schlafen..mehr wollen wir nicht mehr, aber wie so oft es kommt ganz anders:

Ein Rennradler überholt uns (wie so oft...)bleibt dann doch neben uns, nach kurzem Hallo, wohin...läd er uns ein, bei ihm zu schlafen, duschen und essen..."qui,qui"mit leuchtenden Augen sagen wir zu und rollen hinter ihm her..die Freude auf eine Dusche ist groß, wir sind fertig von dem heutigen Tag, wieder 60km und etliche Höhenmeter, ja Dusche ist genau das richtige...is ja auch etwas her, die letzte...so überhöre oder will es nicht hören, dass der Franzose von noch 10km und 2-3 Berge redet...ich träume von Dusche, Essen und einem riesen Bett...und es geht hinauf, erste Serpentine..Gert versucht es noch auf lustig “oh Berge wollten wir heute nicht mehr fahren...”, aber er kommt gut hinterher (liegt wohl daran dass er so schlau war Pommes bei Mc Donalds zu essen)...ich dagegen ohne Pommes total lahm und fertig, röchelnd und schwitzend versuch ich hinterher zu kommen-.

Der Franzose mit seinem 5kg Titan-Radel(wir glauben er ist ein Tour de France Fahrer)redet nicht viel, wenn überhaupt, dann kurz das es nur noch 1km lang geht und 1 “Bergchen” noch...

nach 7km und 3 weiteren Bergen streikt so langsam mein Körper und die Psyche will schon lange nicht mehr...der Körper fühlt sich nur noch schwer an und unterzuckert...der gute Rennradler fährt immer schneller, kapiert glaube nicht ganz das wir “etwas" mehr Gepäck haben und als ich den erneuten Anstieg zu den nächste Serpentinen sehe, will ich nicht mehr!!! Der Typ kommt mir langsam spanisch vor, redet nichts, will aber unebingt uns was GUTES TUN; MIT der Dusche, Essen will er uns noch mal überredet...aber NEIN, kein Schritt mehr..wir verabschieden uns schließlich, oder eher Gert, ich bin mit Müslieriegen essen beschäftigt, so fährt er weiter mit traurigem Blick...wir sind irgendwie froh nun allein irgendwo in der Pampa in den Bergen zu stehen...finden nach 5 minuten beim nächsten Bauern ein wunderschönes Plätzle bei Reh und Pferd, Essen gut und trinken ein Schlückle Schnaps für die Nerven:-) bevor es regnet sind wir schon im Zeltchen, sind auch ohne Dusche glücklich und schlafen in 5 sek ein...vom Hahn geweckt gibt es Frühstück mit frischen Eiern vom Bauer:-).."

Tagebucheintrag Gert:

...Bald ist die Pyrenäen Etappe geschafft denken wir uns, als wir das Ortsschild von Pau passieren, einer faszinierenden Stadt! Ein tolles Zentrum, viele Leute sitzen draußen in den Cafes, alles ein wenig alternativ, die Stadt am Fuße der Pyrenäen, die nächsten Skilifte nur 20km entfernt! Da könnten wir bleiben... denk ich mir.. aber wir wollen ja noch ein wenig mehr sehn von der schönen Welt!

Die letzten 20km ging es immer ein wenig abwärts... davon eine 8 km etappe mit konstanten 2% Gefälle! Eine wahnsinns Frischluftabfahrt; wir rollen hinunter, jubeln und schreien vor Glück und Freude! So macht Radfahren Spass! Den Scheitelpunkt haben wir am Vortag überschritten, jetzt geht es immer dem Fluss entlang bis nach Bayonne an den Atlantik! Die letzten 20km radeln wir wie in Trance, mit Musik im Ohr, es wird städtischer, bis wir schließlich diese wunederbare Stadt erreichen. Ausgesprochen tolle Architektur, schöne alte Häuser und ein sehr sehr schönes französisches Bistro erwartet uns!! Wir kommen zu Mittag an und gönnen uns zuerst ein Bier, dann nen Rotwein, dazu gibt es “a Brettl-Jausen” auf Französisch-Baskisch! Hab gedacht das gibts nur bei uns! :=) Die Wurst und Schicken schmeckte fantatisch!! wir haben uns das auch redlich verdient!

Langsam haben wir uns auch an unsere Außenwirkung gewöhnt: Sobald wir irgendwo von unseren Rädern absteigen, ernten wir unzählige unglaubwürdige Blicke; Leute sprechen uns an; fragen wohin, woher und vor allem was in Gottes Namen wir denn da alles mitschleppen!! Ne ganze Küche? Ein Kühlschrank? Sehr nette Gespräche entwickeln sich, viel Hilfsbereitschaft erfahren wir, Tipps wo es den besten Spot zum kiten gibt, wo man gut wild campen kann, usw... Wir fühlen uns sehr sehr wohl!

Ja und jetzt sitzen wir am Strand in der Nähe von Bayonne! Hoffen auf viel Wind zum kiten (beim radfahren bitte wieder abstellen oder Südwind!) und erholen uns.

Einzig müssen wir uns an diesem “Scheitelpunkt” entscheiden in welche Richtung es geht... Der Abfahrtstermin unseres Frachtschiffes scheint sehr fix zu sein. Entgegen den Erwartungen verschiebt sich die Abfahrt nicht nach hinten... 28.06. in Le Havre und wir wollen noch so viel sehen. Nordfrankreich reizt uns, aber auch Spanien... nur geht dies in die komplett anderer Richtung und dazu wird uns die Zeit etwas zu knapp.... würde das Schiff erst Mitte Juli auslaufen, hätten wir noch etwas Zeit für einen kleinen Abstecher... Sehr schade wie ich finde... zu gern hätte ich ein wenig spanische Lebenslust inhaliert!

Aber so ist es, wir wollen ja mit dem Frachter und das Flugzeug meiden...

Aber egal, Frankreich ist so schön und abwechslungsreich, da könnte man glatt noch ein paar Monate dran hängen! Das heißt es geht jetzt von nun an Richtung Norden, die Atlantikküste entlang!...”

Rückblickend war die Pyrenäen-Etappe doch sehr anstrengend. 8 Tage sind seit Carcassonne - unserer letzten Verschnaufpause – vergangen! 8 Tage jeden Tag 4-5 Stunden radfahren, kein einziger Pausentag, viel Schweiß, viel Nässe, viele Kilometer, die Muskeln brannten, der Körper hätte eigentlich ne Pause gebraucht! Aber wir wollten durchhalten! Wir haben es geschafft und sind sehr stolz auf uns!

Lenkerhase erzählt heute:

...viel gefahren, immer weiter immer weiter, mal schnell, mal SEHR langsam, ich war oft nass, auch wenn Gert und Sara sich ins Zelt verkrochen haben, ich blieb draussen und hielt wache...ab und an sind mir in den Bergen auch meine Löffel abgefroren, aber nun: es ist heiß!!! Sara hat einen komisch roten Rücken vom “Strandbrutzeln” und Gert schwitzt ohne das er auf dem Rad sitzt..wow...ich glaub wir sind angekommen...!?...”

Kommentare:

  1. Liebe Sara,

    nimm bitte dem Gert sofort die Pommes weg
    und iß sie selber, for more power 4 U !

    Größten Respekt vor eurer Leistung!!!

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  2. Naja, teil sie halt mit ihm:-)
    dein Vater

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  3. Hallo Gert und Sara,

    lese regelmäßig eure Berichte und bin ein bißchen neidisch auf die große Freiheit.

    lg
    dein Ex Kollege der ILF FK

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