Donnerstag, 14. März 2013

Costa Rica II „ein Land der Extreme“


Route: Esterillos Oeste- Dominical- San Isidro de El General- Cerro de Muerte- Empalme- Cartago- Alajuela- Flughafen!!!


Tagebucheintrag „Cerro de Muerte: von Meereshöhe auf 3350hm!!!“(08.03.2013, Empalme)

...nun steht eine ganz besondere Strecke auf dem Programm: es soll auf den Cerro de Muerte gehen!! diesen schönen Namen „Todesberg“ trägt der Berg übrigens deshalb, weil vor über 100 Jahren, als es da oben nur wilde Bergpfade gab, viele Bauern aus San Isidro d.E.G. in ihren schlechten Kleidern und ohne Schuhe erfroren sein sollen, als sie ihre Früchte, Schweine und Rinder nach San Jose auf den Markt bringen wollten. Und das mitten in den Tropen...(im Nachhinein wissen wir aber auch aus eigener Erfahrung warum der Berg so heißt!!!!).


Mit ordentlichem Muskelkater und Ohrensausen vom vielen Surfen machen wir uns von dem kleinen Surfer-Hippie Strandort Dominical auf den harten, steilen Weg Richtung San Isidro, von dort geht es dann weiter Richtung „Todesberg“. Eine ganz schöne Hitzeschlacht und unverschämt steile Anstiege, es geht über einen Pass von 1000Höhenmeter und der Schweiß fließt in Strömen, Gert wringt sein Shirt immer und immer wieder aus...Das Thermometer zeigt über 40 Grad, Schatten gibt es wenig und die Sonne ist mega intensiv. Die Höhepunkte dieser Etappe sind die letzten Blicke auf den Pazifik und die vielen vielen knall bunten Vögel die wir in der Mittagspause beobachten können (s. Fotos)!!

Über den Pass rollen wir rüber und hinab nach San Isidro, welches auf 700höhenmeter liegt. Nun heißt es gut Essen, viel Schlafen, denn ab hier geht es 50km bergauf, über 2500Hm, na servus!!!! Ziemlich unmotiviert stehen wir auf und machen uns, mal wieder viel zu spät:-), in der brütenden Hitze auf den Weg auf der Panamericana immer bergauf...

Der Verkehr wird schnell weniger und es bleibt ziemlich heiß, so schwitzen wir wie die Schweine und rollen langsam immer höher und schon bald sehen wir San Isidro von weit oben.

Auf über 1500hm wird es auch langsam kühler und wir befinden uns mittlerweile in einer tollen Bergwelt, rechts neben uns befindet sich der Cerro de Chirripo, der höchste Berg Costa Ricas, wirklich spannend schaut der aber nicht aus... also nicht so wie in den Alpen mit steilen Gipfelhängen, sondern eher flach und grün-bewachsen.... anstrengend ist der mit Sicherheit trotzdem...

Die selbst geköchelte Pasta auf ca 1700hm schmeckt göttlich und der Blick auf die Berge ist berauschend, es ist doch wieder sehr schön in der Höhe zu sein, kaum wird es dunkel, wird es recht frisch und wir kuscheln uns früh in unser Zeltchen...mal wieder ohne Ventilator oder Schwitzanfälle!!

So wachen wir früh auf, heute geht es ca 25km hoch hinauf, 1500hm...also los!! 4 Stunden ziehen wir durch und kurbeln uns immer höher, erstaunlich angenehm die Steigung (Costa Rica kann also auch anders:-)) und die Straße tip top!!! Nebelschwaden ziehen ab uns an an uns vorbei, kühler Wind erfrischt uns , die Luft wird dünner, nach einer Pause bezwingen wir die letzten Kilometer (wie lange 3km sein können!!!) und wir haben es für heute geschafft: wir sind auf 3100Höhenmeter und kommen glücklich und müde beim alt bekannten Hostal y Restaurant Georgina an, das mit seinen 3100hm als höchstes Hotel Mittelamerika gilt!!! Das Wetter ist schlechter geworden, immer mehr Nebelschwaden ziehen ein, es regnet leicht und der Wind nimmt zu..so entscheiden wir uns nicht zu Zelten sondern nehmen uns eine Cabana...und das war wohl die richtige Entscheidung!!!

Zuerst lachen wir den Hostal Chef aus, als er uns ein Heizlüfter in die Hand drückt und ein paar Stunden später liegen wir im gemütlichen Bettchen mit Heizdecke, vielen bunten Decken und der Heizlüfter ist auf Vollgas...Was für eine Welt, vor 2 Tagen wussten wir gar nicht wohin vor Hitze, und nun liegen wir eingemummt im Bett und gehen sicherlich nicht mehr vor die Tür...Costa Rica hat einiges zu bieten:-)..wir wollten es ja kühler!

Das Wetter schlägt nun komplett um, der Wind scheppert an die Fenster, Nebel und Regen hüllt den Berg und den Regenwald um uns herum ein und es ist kalt!! Trotzdem fliegen immer wieder ein paar Kolibris an unserem Fenster vorbei, was für eine schräge Welt hier oben...

Als wir am nächsten Tag aus dem Fenster schauen, glauben wir tatsächlich es hat geschneit, es sieht allerdings nur so aus, der Wind, Nebel und Regen, alles komplett weiß , nur ein paar Meter Sicht..
Schnell wieder unter die 5 Decken und noch mal ne Runde Schlafen..nach ein paar Stunden hellt es ein wenig auf und wir beschließen bevor es wirklich noch schneit, los zu radeln..weiter unten wird es schon wieder besser werden, so denken wir:-)


Nun müssen wir aber erst mal rauf auf den Cerro, ein paar Höhenmeter fehlen uns noch auf den Pass, so radeln wir dick eingepackt gegen Sturmböen und Regenschauern an, bis wir endlich auf 3350hm ankommen, der höchste Punkt der kompletten Panamericana!!!

Nun heißt es dick anziehen: Handschuhe, Mütze, Halsband und ab gehts...die Sicht gleich null, die Regengüsse fühlen sich an als wäre das Gesicht vereist und zu guter Letzt versagt auch noch Saras Vorderbremse... Das Problem scheint nicht so leicht zu sein und es ist viiiiel zu kalt und windig um nun lang an der Bremse rum zu docktern, also geht’s bergab mit nur einer Bremse..

Das macht die Abfahrt nicht schöner und so wird es eher ein Kampf als Genuss. Zuerst freuen wir uns fast über die Gegenanstiege, so wird uns wieder warm, die Finger und Füsse können wieder durchbluten , ...doch irgendwann ist die Kraft auch nicht mehr da und so wird jeder Anstieg zur Qual und bei den Witterungsverhältnissen eine echter Kampf...einerseits schwitzt man und gleichzeitig friert einem das Gesicht ein....

Bei einer LKW Raststation regnet es nun ziemlich fest und wir halten kurz an, immer noch auf 3000hm und hauen uns gleich 2 heiße Schokoladen rein, so geht es wenigstens der Seele wieder gut:-) weiter geht’s mal bergab und bergauf...beides nicht prickelnd, durch den Regen ist es schwer, was zu sehen, die Straße teils rutschig, teils warten riesige Schlaglöcher auf uns, und mittlerweile, haben wir nun alle Schichten unsere Kleidung an, doch so verschwitzt ist uns nur noch kalt!!!
Dank unserem Bikereisebuch wissen wir von einer Unterkunft auf ca 2200hm.ls wir nach einer Weile die Hoffnung schon aufgegeben haben kommt doch tatsächlich das Schild auf das wir so gehofft haben:-) schnell sind die Räder in unsere Hütte geschoben, die pitschnassen Sachen ausgezogen und unter der HEIßEN Dusche fangen wir wieder auftauen an...welch ein Tag und so schlimm die Strecke war, umso schöner haben wir es nun: wir besitzen nun für die nä Tage ein Hexenhäusle, mit offenen Holzofen (wir heizen 24stunden), eigener Küche, knarrendes bequemes Holzbett und Garten, Grillplatz, 2 Stockwerke, ein absoluter Traum...draußen regnet und stürmt es und wir haben es fein...aber verdient haben wir es uns aber auch wirklich:-)...Pura Vida, was für ein Berg...“


Tagebucheintrag „Adios america“ (Alajuela, 12.03.2013)


die letzten Tage auf dem Kontinenten Amerika stehen uns nun bevor! Seit gestern haben wir es zu unserem Endpunkt geschafft, vom Cerro der Muerte ging es dann genauso elendig runter. Durch ein komplettes „White-Out“ radelten wir dick eingepackt hinunter, ab und an auch wieder rauf, keine Sicht, nass und windig..naja die Abfahrt kann sicherlich auch schöner sein.

Letztendlich hat alles mal ein Ende und wir kommen in Cartago an, Cartago war die frühere Hauptstadt Costa Ricas, nach mehreren Erdbeben und Vulkanausbrüchen verlegte man diese aber nach San Jose. Nun herrscht hier ein hektisches Treiben der Ticos, ein riesen Markt befindet sich in der Stadt und wenig bis fast kein Tourismus. Warum sich doch ein paar Weißnasen verirren, liegt am höchsten Vulkans Costa Ricas, der Vulkan Irazu:

...den lassen wir uns auch nicht entgehen, aber diesmal ohne Rad, sondern mit dem klapprigen Bus geht’s in nur 32 km 2000Höhenmeter rauf, auf 3432hm zum Kraterrand.
Beim hochfahren sehen wir nicht viel außer graue Nebelschwaden! Doch plötzlich befinden wir uns über der riesigen Wolkendecke und wir haben Kaiserwetter, super warm und sonnig, ein Traum da oben! Eine ganz andere Vegetation befindet sich hier, es ähnelt mehr einer Mondlandschaft und von ganz oben haben wir einen wunderbaren Blick in die riesigen Krater hinein..

Von Cardago geht’s auf unsere letzte Etappe auf der Panamericana über San Jose, Richtung Flughafen! Die Straßen sind in San Jose komplett verstopft umso besser für uns und wir huschen rechts und links um die Autos herum und kommen so vor allen anderen am Parque Central an und entspannen mit einem riesen Jugo de Papaya, melon y fresa.

Die Strecke nach Alajuela ist dann weniger berauschend, eine 3 spurige Autobahn, viel befahren und wir mit dabei , ohne Seitenstreifen, ein Grauen! Verkrampft radeln wir wie die verrückten, nach dem Motto: „schnell hinter uns bringen!“. Und so sind wir ziemlich schnell am Endpunkt unserer Amerika Reise: Halleluja!, ah nein Alajuela!!

Nun genießen wir noch ein bisschen Stadt-und Hostel Leben, besuchen noch mal San Jose ausgiebiger und am Freitag ist es dann soweit und wir steigen tatsächlich das 1. Mal während unserer Reise in ein Flugzeug!! wir finden es immer noch wahnsinnig wie weit man doch ohne Nutzung des Flugzeuges kommen kann (die Welt ist ja doch sehr klein..)! Mit dem Schiff wäre es uns doch lieber und geruhsamer, aber leider konnten wir keines finden und das nötige Kleingeld fehlt uns auch.

Da wir so oder so eine Zwischenstopp einlegen müssen, finden wir aber eine super Verbindung über Kuba und weiter nach Istanbul! Ein wahrer Geheimtipp, super günstig und den Aufenthalt nutzen wir gleich um 2 Wochen Kuba zu erkunden..

Freuen uns nun sehr auf die Insel und sind ganz aufgeregt auf die Flugreise: vertragen wir überhaupt noch das schnelle Reisen, bekommen wir die Bikes verpackt, was darf ins Flugzeug, Benzinbrenner erlaubt...??? ja mal sehn, es bleibt spannend...!“


Soweit von uns, nos vemos y Pura Vida,

mehr dann wieder aus Kuba!!! Achhh, wie wir uns schon auf die Mojitos freuen!  Dort das Kulturgut - auch wenn alles ander sehr teuer sein soll, diese sind billiger als Wasser!








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